Wer schon einen Masterabschluss (alternativ eine Diplomurkunde) in der Tasche hat, der kann auch eine Dissertation anstreben; unmittelbar nach dem Bachelorabschluss geht das nicht.
Dabei gilt es natürlich genau zu klären, warum jemand promovieren möchte: reicht dieser Grund auch in schwierigen Zeiten? Wie viel Zeit kann und will jemand in seine Arbeit investieren? Passt die Dissertation in die Lebensplanung – und ist sie für die eigene Karriereplanung überhaupt sinnvoll?
Es gibt mehr als 40 verschiedene Doktorentitel an den Hochschulen zu erwerben, Dr.phil., Dr.med., Dr.Ing., Dr. rer.pol. – welcher Titel vergeben wird, hängt i.d.R. von der jeweiligen Hochschule ab.
Wie läuft das ab?
- Bei einer externen Promotion hat man einen betreuenden Professor oder eine Professorin, ist aber ansonsten nicht in den Lehrbetrieb eingebunden, sondern in der Zeiteinteilung völlig frei. Man kann sich bei einer externen Promotion also voll und ganz auf die Promotion konzentrieren.
- Bei einer lehrstuhlbezogenen oder internen Promotion verpflichtet man sich, an dem Lehrstuhl der betreuenden Professorenkraft Leistungen zu erbringen, etwa Seminare zu gestalten oder Klausuren zu korrigieren. Das könnte man auch als „Teilzeitpromotion“ bezeichnen, denn für die Promotion steht ja nicht das gesamte Zeitbudget zur Verfügung.
- In jedem Fall skizziert man zu Beginn das Projekt, stimmt es mit dem Betreuer oder der Betreuerin ab und erstellt dann die Arbeit. Die muss dann noch in einer mündlichen Disputation verteidigt werden. Der Zeithorizont ist recht lang: eine schnelle Promotion dauert ein Jahr, es können aber auch drei, fünf oder noch mehr Jahre ins Land ziehen
Wo liegen die Chancen?
- Ein Doktortitel kann Karrierewege eröffnen, ist aber alleine kein Garant dafür. Bei Medizinern oder Chemikern etwa stellt sich die Frage nach der Promotion meist nicht, da der Arbeitsmarkt eine Promotion hier voraussetzt. Bei Wirtschaftswissenschaftlern hingegen zählt praktische Erfahrung häufig mehr als die Promotion.
- Auch, ob sich der Titel finanziell auszahlt, hängt vom Einzelfall ab und kann nicht pauschal beurteilt werden. Häufig wird eine Promotion finanziell honoriert – ob das aber die investierten Kosten (Zeit, Geld, Anstrengungen) wieder wettmacht, ist genau so oft fraglich.
Welche Risiken gibt’s?
- Eine Promotion ist ein hochanstrengendes und zeitaufwändiges Unterfangen. Reicht die Motivation nicht, geht einem u.U. nach Jahren der Arbeit an der Dissertation „die Puste aus“, und man muss die Promotion abbrechen. Das ist dann eine Karrierebremse.
- Dauert die Promotion zu lange, kann der Promovend nach den Massstäben des relevanten Arbeitsmarktes zu alt sein. Häufig wird hier der 30. Geburtstag genannt. Auch das ist dann eine Karrierebremse. Oder die Promotion ist in dem relevanten Arbeitsmarkt nicht angesehen (etwa im Mittelstand ist das häufig anzutreffen) – auch das ist nicht zielführend.
Unsere Einschätzung:
- Entscheidend ist es, sich vor Beginn der Promotion die eigene Motivation zu verdeutlichen. Nur, wenn diese schlüssig ist, die Promotion zu den späteren Lebens- und Karriereplänen passt und auch das Umfeld die Promotion unterstützt, ist eine Promotion sinnvoll.
- Auch bei einer Promotion ist es wichtig, die Finanzierung sicherzustellen, damit nicht auf der Hälfte der Strecke finanzielle Restriktionen einen Abschluss der Arbeit unmöglich machen.
